Ein Balkonkraftwerk lässt sich auf einem Flachdach ohne jede Dachdurchdringung montieren – sofern Sie ein ballastiertes Aufständerungssystem einsetzen, das Windlast und Flächenbelastung der Dachkonstruktion berücksichtigt. Diese Art der Montage ist besonders für Mieter von Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und Wohnungen mit Dachterrasse interessant, weil keinerlei Eingriffe in die Dachabdichtung erforderlich sind.
Auf einem nach Süden ausgerichteten Flachdach erzielen Solarmodule im Jahresschnitt deutlich mehr Ertrag als an einer senkrechten Balkonbrüstung. Module, die senkrecht hängen, verlieren durch den flachen Einstrahlungswinkel im Sommer erheblich an Leistung. Eine Aufständerung auf dem Flachdach mit einem Neigungswinkel von 25–35° verbessert die Ausbeute merklich. Wer keinen geeigneten Balkon, aber Zugang zum Flachdach hat, sollte diese Option ernsthaft prüfen.
Ballastierte Systeme verzichten auf Schrauben im Dachmaterial. Stattdessen halten Betonplatten oder spezielle Kunststoffwannen mit Sand- oder Kiesfüllung das Gestell am Boden. Wichtige Punkte dabei:
Für Süddeutschland (Breitengrad ~48°) liegt der ertragsoptimale Neigungswinkel bei etwa 30–35°. In Norddeutschland (Breitengrad ~54°) sind eher 35–40° ideal. Viele Ballastgestelle bieten einstellbare Winkel von 10° bis 45°. Flachere Winkel (10–15°) ergeben zwar geringeren Jahresertrag, sind aber windlasttechnisch günstiger und benötigen weniger Ballast. Wichtig: Achten Sie bei steilen Winkeln darauf, dass Module sich nicht gegenseitig verschatten – der Zeilenabstand muss groß genug sein.
Das AC-Kabel des Wechselrichters muss vom Dach in die Wohnung oder ins Haus geführt werden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:
Das Kabel auf dem Dach sollten Sie in einem UV-beständigen Kabelkanal oder Wellrohr verlegen, um Witterungseinflüsse abzuwehren. Mehr zu den Kabelanforderungen finden Sie in unserem Artikel zum Kabelquerschnitt beim Balkonkraftwerk.
Bis 800 W Wechselrichterleistung genießt die Anlage nach dem Solarpaket I (2024) eine vereinfachte Anmeldepflicht: Sie tragen die Anlage lediglich im Marktstammdatenregister ein und informieren den Netzbetreiber. Eine Baugenehmigung ist in den meisten Bundesländern für diese Kleinanlagen nicht erforderlich, sofern keine Aufbauten die Dachkante überragen. Im Zweifel kurz beim zuständigen Baurechtsamt nachfragen – ein Anruf reicht meist.
Eine Flachdach-Aufständerung ist eine attraktive Option, wenn kein geeigneter Balkon vorhanden ist. Mit dem richtigen Ballastgestell, geprüfter Dachlast und korrektem Kabelquerschnitt funktioniert die Montage sicher und ohne bleibende Eingriffe ins Gebäude. Lesen Sie danach auch unsere Anleitung zur Ost-West-Aufstellung und zu optimaler Ausrichtung für mehr Ertrag.