Ein Balkonkraftwerk erzeugt auch bei bedecktem Himmel Strom – nur deutlich weniger als bei direkter Sonneneinstrahlung. Dieser Ratgeber erklärt, wie viel Leistung bei verschiedenen Wetterbedingungen realistischerweise zu erwarten ist und warum das wichtig für die Jahresplanung ist.
Solarmodule reagieren nicht nur auf direkte Sonnenstrahlung, sondern auch auf diffuse Strahlung – also auf das gestreute Licht, das auch bei bewölktem Himmel vorhanden ist. Siliziumzellen können sowohl mit dem sichtbaren als auch mit einem Teil des ultravioletten und infraroten Spektrums arbeiten.
Das bedeutet: Bei leichter Bewölkung erzeugt ein 800-W-Balkonkraftwerk vielleicht noch 300–500 W. Bei dichter Bewölkung sinkt die Leistung auf 50–150 W. Bei starkem Regen und fast keinem Tageslicht kann sie auf unter 20 W fallen.
| Wetterlage | Einspeisung (800-W-Anlage) |
|---|---|
| Direkte Sonne, klar | 600–800 W |
| Leichte Bewölkung (Cumulus) | 300–550 W |
| Bedeckt (Stratus) | 80–200 W |
| Starker Regen / dunkle Wolken | 10–50 W |
| Nacht | 0 W |
Richtwerte, stark abhängig von Modulqualität, Ausrichtung und konkreten Lichtverhältnissen.
Liegt Schnee auf den Modulen, erzeugen sie keinen Strom – die Glasfläche ist abgedeckt. Bei geneigten Modulen rutscht Schnee meist von selbst ab, sobald die Temperatur leicht über 0 °C steigt. Bei flach liegenden Modulen oder senkrecht hängenden Geländermodulen kann Schnee länger liegen bleiben. Sie können ihn vorsichtig mit einem Besen (kein Metall!) abwischen – niemals mit heißem Wasser übergießen, da Temperaturschocks das Glas schädigen können.
In deutschen Wintern ist der Ertrag pro Tag deutlich geringer als im Sommer – nicht nur wegen der Bewölkung, sondern auch wegen des flachen Sonnenstands und der kürzeren Tage. Trotzdem erzeugt eine nach Süden ausgerichtete Anlage auch im Dezember und Januar täglich etwas Strom. Details für Süddeutschland finden Sie im Artikel Winterertrag Süddeutschland.
Standardmäßige Ertragsprognosen für Balkonkraftwerke berücksichtigen bereits typische Bewölkungsanteile an einem deutschen Standort. Der Jahresertrag von z. B. 600–700 kWh für eine 800-W-Anlage in Mitteldeutschland schließt bewölkte Tage, Winternächte und Regentage bereits ein. Das ist kein Optimum-Szenario, sondern ein Mittelwert über viele Jahre.
Bewölkung mindert den Ertrag, verhindert ihn aber nicht. Wer die Jahresproduktion kennen will, sollte den Ertrag selbst messen – unser Ratgeber zu Ertrag messen ohne Smartmeter zeigt, wie das einfach geht. Und wer wissen möchte, wie viel ein optimaler Standort bringen könnte, findet Antworten im Artikel zu optimaler Ausrichtung.